Bruchtest Tameshiwari

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 Letzte Änderung: 25.03.2011
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Bruchtest der besonderen Art

Der Bruchtest (Tameshiwari)

Der Bruchtest ist die Demonstration der vernichtenden Wirkung, die richtig ausgeführten Karatetechniken innewohnt. Nur zu diesem Zweck wird er im Karate gezeigt.
TameshiwariEr ist weder Bestandteil bei Kyu-Prüfungen noch bei Wettkämpfen. Dieser Teil des Karate wurde und wird vor allem von der Presse, Fernsehen etc, einseitig hochgespielt, da er für den Normalmenschen sensationell, ja fast unglaublich erscheint. Diese einseitige Darstellung hat viel zum verzerrten Bild des Karate in der Öffentlichkeit beigetragen. Hier möchte ich dem Bruchtest seinen richtigen Platz zuweisen. Voraussetzung für die Ausführung von Bruchtests ist ein regelmäßiges Abhärtungstraining an Makiwara und Sandsack. Führt jemand (meist Anfänger, die von Bekannten, die Beweise sehen wollen, verleitet werden) ohne diese Voraussetzung Bruchtests durch, sind die Ergebnisse meist blamabel und Verletzungen häufig.
Über die physikalischen Grundlugen bei Bruchtests hat das bekannte Magazin Hobby schon vor Jahren einen gut fundierten Beitrag gebracht unter dem Titel Karate - elektronisch entschleiert. Abgesehen von der Gleichsetzung Karate = Bruchtest, enthält der Artikel so interessante und wichtige Informationen, das ich ihn hier auszugsweise bringen möchte.

Was Hobby bei den Karatekämpfern sehr interessierte, war die physikalische Untersuchung der durch langes und hartes Training erworbenen unheimlichen Schlagkraft, von der man weiß, das sie Knochen zertrümmern und tödlich wirken kann. Zuschauer dieser imponierenden Vorführungen erwarten zuerst einmal hohe Kräfte, wie man sie anwenden muss, um ein Brett langsam zu zerbrechen. Wir vermuteten, dass weniger Kraft als extrem hohe Geschwindigkeiten und Beschleunigungen der schlagenden Faust und der Handkante oder der Füße den Effekt hervorbringen. Deshalb konzentrierten wir uns darauf, diese zu untersuchen. Auch ein Karatekämpfer kann nur Naturgesetze anwenden, in diesem Fall das Grundgesetz von Newton, das die Kraft das Produkt aus Masse Beschleunigung ist, k = mb (kp) und die Wucht, Schlagkraft oder Energie eines Schlages dem Produkt aus Masse (oder Faust) mal dem halben Quadrat der Geschwindigkeit entspricht. Die Festigkeit von den zertrümmerten Tannenholzplatten oder Bie-berschwanzziegeln gegen Stoß oder Schlag ist bekannt und kann mit so genannten Pendelschlagwerken zuverlässig an Proben ermittelt werden. Von dieser Seite her sind keine Manipulationen der Karatekämpfer möglich, da wird korrekt gearbeitet.

Es war schon ein kleines Kunststück für die Fotografen, die Schläge einzufangen. Gearbeitet wurde nach der Offenblitzmethode: Der Kameraverschluss blieb 1 Sekunde geöffnet und mit einem Lichtblitzstroboskop wurden genau 40 Blitze in der Sekunde abgefeuert. Damit konnte der Bewegungsablauf exakt erfasst werden. Die Auswertung dieser Fotos brachte dann das zwar erwartete, aber trotzdem überraschende Ergebnis, das die Schläge nur 1/3 Sekunde vom Anfang der Bewegung bis zum Schlag dauern, die Konzentration der Schlagkraft durch die Muskulatur aber in der Schlussphase von nur 1/20 Sekunde explosionsartig erfolgt. Die Kräfte sind dabei relativ klein; es wundert dann nicht mehr, dass eine trainierte Hand diese Kräfte ohne Schäden aufbringt.

Die Messung der Härte der gespannten Muskulatur und des Handknöchels ergab Werte nach Shore A (Shore-Härte-Prüfung) ist eine Ver-gleichsmessung für elastische - gummiartige - Werkstoffe der Deutschen-Industrie-Norm (DIN 3505 festgelegt) von 85 .. 95 für die Handkante von 60 .. 80 Einheiten, was etwa der Härte von Pkw-Reifen entspricht. Wenn man diese Ergebnisse resümiert, ist man nicht überrascht, dass auch Frauen nach intensivem Training ähnliche imponierende Leistungen vorweisen können. Karatekämpfer gehen aber auch mit ihren Kräften vernünftig um. Das beweist wohl die Tatsache, dass sie sich für das Bretterkunststück Abmessungen wählen, die genau beim geringsten Aufwand für die Zerstörung liegen. Auch die Zertrümmerung von Kieselsteinen erfordert die gleiche Technik, explosionsartiges Spannen der Muskulatur, um die Hand auf hohe Geschwindigkeiten zu beschleunigen und dann den zertrümmernden Schlag, der die Schlagbiegefestigkeit des Materials überschreitet.

Wie aber kann ein trainierter menschlicher Handknochen die viel härteren Dachziegel oder Holzbretter durchschlagen? Wie kommt die Handkante gegen einen Zwei-Kino-Kieselstein an? Dazu ein Vergleich: Mit einem Stein können wir jede normale Fensterscheibe einwerten, obgleich Glas viel härter aIs Stein und nur mit einem Diamanten zu schneiden ist. Der Handknochen muss also nur so hart sein, das er den Schlag unbeschadet übersteht. Tatsächlich ist er so hart wie ein Autoreifen. Mit Reifengummi gegen Holzbretter? Ja, denn die Kraft der auftreffenden Faust oder Handkante setzt sich physikalisch gesehen aus der Masse und ihrer Beschleunigung zusammen. Der Schlag dauert etwa eine drittel Sekunde. In diesen drei Zehntel Sekunden wird die Hand so schnell beschleunigt, dass sie einer startenden Weltraumrakete entspricht. Ein Astronaut wird nach dem Start der amerikanischen Riesenrakete Saturn mit höchstens neunfacher Erdbeschleunigung in seinen Sitz gedruckt Der Karatekampfer erreicht mit seiner Hand eine Beschleunigung von ebenfalls neun g oder eine Endgeschwindigkeit von über 30 km/h.

Das Brett muss er mit einer Kraft von mindestens zehn Kilopond treffen, damit es bricht. Oder: Ein Zehn-Kilo-Gewicht muss das Brett mit einer Geschwindigkeit von ca. 30 km/h treffen, damit es bricht. In dem Schlag steckt die Energie von 40 Kilopondmetern, würde der Physiker sagen. Damit meint er, dass dieser Schlag genauso viel Energie besitzt wie ein Gewicht von rund einem Zentner ein Meter über dem Erdboden. Lässt man dieses Gewicht fallen, wird die gleiche Energie frei wie beim Karateschlag gegen die beiden Holzbretter. Der Karatekämpfer vollbringt eine Leistung von 1,6 PS. Das erreicht ein sehr gut trainierter Radrennfahrer wahrend einer Dauer von etwa 10 Minuten. Jetzt wird man sagen: Die Karatefaust wiegt doch aber keine zehn Kilo. Nun, wenn man mit der Hand eine Glasscheibe eindruckt, spielt die Muskelkraft auch die wichtigste Rolle.

Die Hand überträgt diese Kraft. So ist es auch beim Karate. Und hier Iiegt auch das Geheimnis des stahlharten Schlags. Es liegt in der Geschwindigkeit, mit welcher die Hand auftrifft und in der Beschleunigung, die sie erfährt. Dazu gehört natürlich Muskelkraft, aber vor allem die Fähigkeit, diese Kraft kurzfristig, gewissermaßen explosionsartig, zu mobilisieren. Dieser Vorgang ist beim Schlag gegen die Dachziegel noch eindrucksvoller. Die Ziegel gehen unter einer Kraft von mindestens 20 Kilopond zu Bruch. Um sie zu erreichen, wird die Handkante auf die über 15fache Erdbeschleunigung und auf eine Endgeschwindigkeit von ca. 50 km/h gebracht. Auch hier ist die Fähigkeit, den Schlag blitzschnell zu führen, für den Erfolg entscheidend. Die Physik des Karatesports ist also vor allem deshalb so eindrucksvoll, weil die Kräfte explosionsartig auftreten. Nach diesem Prinzip entstehen auch Rekorde im Kugelstoßen, Stabhochsprung und der bewunderte Schnellstart bei den Sprintern. Das Training der Hochleistungssportler baut auf dieser Erkenntnis auf. Karate ist ein besonders anschauliches Beispiel dafür. Das Zerschlagen von Holzbrettern und Dachziegeln ist nicht Selbstzweck. Es ist die Demonstration und Prüfung von Härte, Kraft und vor allem Schnelligkeit. Hier beweist sich der Effekt der explodierenden Muskeln. Das Training ist auf solche Kraftentladungen ausgerichtet: Wenige Millimeter vor dem Gegner wird der Schlag abrupt gestoppt. >Die Muskeln müssen kurzschalten.

Autor: Albrecht Pflüger, Karate-Do, das Handbuch des modernen Karate 1979 (2)

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